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Sabines Tagebuch 2011
Blick auf die Bühne in Baden-Baden
Sportler des Jahres/ 23.12.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Der Jahreswechsel ist nicht mehr fern und damit steht ultimativ der Einstig in das olympische Jahr bevor. Auch wenn die „Olympia“-Vorbereitung schon vor gut vier Wochen auf Zypern begonnen hat, rücken mit der Jahreszahl 2012 die Spiele in London noch stärker in das Bewusstsein. Diese waren auch beim Ball zum „Sportler des Jahres 2011“ in Baden-Baden stets ein Thema. Egal ob man sich mit Dr. Thomas Bach - unserem obersten Sportfunktionär- , Pressevertreten oder Olympiasiegen aus Peking wie z.B. Ole Bischof oder Matthias Steiner unterhalten hat, immer war aus den unterschiedlichen Blickwickeln, das sportliche Großereignis 2012 ein Gesprächsthema. Wie geht es? Wieder genesen? Wie läuft die Vorbereitung? Was ist das Ziel? Spannend war es, sich mit anderen Medaillengewinnern von Peking darüber zu unterhalten wie sie das Ganze nochmals angehen, gerade auch unter dem Aspekt, dass sich die vergangenen Jahre doch recht schwierig gestaltet hatten. Eigentlich ging es an dem Abend in Baden-Baden aber eher darum, zurückzuschauen auf das Sportjahr 2011, das so viele Deutsche Erfolge brachte – dazu konnte ich zumindest eine WM Silbermedaille beisteuern – ,aber auch nicht so erfolgreiche Tage hatte, wobei diese keine Thema waren.

Das „Come together“ des Deutschen Sports in der Badischen Millionärs-Metropole ist immer auch das eintauchen in eine eher ungewohnte Glitzerwelt, die aber durchaus seine Reize hat. In lockerer Atmosphäre können die Sommerathleten auf das Jahr zurückblicken und eben auch ein wenig nach vorne schauen, was da kommen mag und die Ziele definieren. Ob man sich dafür die Preisträger als Inspiration nehmen sollte weiß ich nicht. Denn bei einer WM z.B. gleich fünf Mal Gold zu gewinnen wird zumindest mir mit dem Mountainbike nicht mehr gelingen (aber man weiß ja nicht was da noch so alles kommt). Natürlich hatte ich in diesem Jahr – das ja nicht unbedingt zu meinen erfolgreichsten gehört - mit dem Ausgang der Wahl hatte ich in Ermangelung von Goldmedaillen nichts zu tun. Zumindest war ich nominiert (ingegesamt 35 Sportlerinnen), dann aber bei den klassierten 20 Besten nicht mehr zu finden. Egal, der guten Stimmung tat dies keinen Abbruch. Die Sieger gehen sicher in Ordnung (aus meiner Sicht), wobei diese Wahlen immer ein wenig mit Vorsicht zu genießen sind. Denn mit sportlich objektiver Beurteilung haben sie reichlich wenig zu tun, auch wenn man bei den wählenden Sportjournalisten den entsprechenden Sachverstand erwarten dürfte. Mediale Präsenz ist auch da das A und O, was von den meisten Pressevertretern auch unumwunden zugegeben wird. Wer nimmt sich schon die Zeit die sportlichen Leistungen und die Person die auf dem Wahlzettel stehen genauer anzuschauen und dementsprechend die Wahl zu treffen? Wohl die wenigsten, was schade ist, aber wohl nicht zu ändern. Für den erfolgreichen Athleten darf damit eine solche Wahl allenfalls als Zugabe gesehen werden, wenn seine Leistungen damit zusätzlich gewürdigt werden. Wirklich beeinflussen kann er das nicht, egal wie gut er auf der Rennstrecke unterwegs ist.

Deshalb wende ich mich lieber wieder den Dingen zu, die voll und ganz in meinem Einfluss stehen. Nach Weihnachten zieht die Intensität der Saison-Vorbereitung deutlich an. Der Januar ist der letzte Wettkampffreie Monat, so dass alleine das Training den Rhythmus vorgeben kann. Schon Mitte Februar stehen die ersten Rennen auf Zypern auf dem Programm. Bisher bin ich glaube ich ganz gut im Soll. Im Januar werde ich erstmals in Südafrika meine Trainings-Kilometer sammeln. Ich freue mich schon darauf. Bei 35°C seine Runden zu drehen hört sich doch gut an, oder? Wärme ist einfach mein Terrain. Danach geht es Schlag auf Schlag bis wir Mitte März wieder in Südafrika um die ersten Weltcup-Punkte fahren. Mit der Genesung meines lädierten Ellenbogens bin ich sehr zufrieden. Zwar noch nicht ganz schmerz- und beschwerdefrei, aber doch so, dass er mich im Training kaum behindert. Das ist das Wichtigste. Der Rest wird die Zeit richten und die Wärme im Januar ;-)…
Ich wünsche allen eine ruhige und zufriedene Weihnachtszeit.
Bis bald
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 Sabine wieder aktiv, zu Fuss  im Murgtal
Zwangsurlaub/ 17.10.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Eine Freundin meinte vor kurzem zu mir “In diesem Jahr willst Du wohl gar nichts auslassen“. Sie spielte damit auf das jähe Saisonende mit Arm im Gips an, nachdem ja in den Wochen davor schon ziemlich viel schief gelaufen ist. Ja, so hatte ich mir das sicher nicht vorgestellt. Ich war schon sehr frustriert am Sonntagmorgen des Bundesliga Finales, als die Diagnose, Bruch des Radiuskopfes, eindeutig war und das Aus zur Gewissheit wurde. Nach einer bescheidener zweiten Saisonhälfte, wollte ich in den letzen beiden Rennen – geplant war auch noch der Lauf zur Marathon World Serie in Ornans (FRA) –, nochmals zwei gute Resultate einfahren. Aber einmal mehr durfte ich mich mit der Erkenntnis arrangieren, dass man das Glück nicht erzwingen kann.
Bevor das Röntgenbild alle Zweifel beseitigt hat, bestand schon noch eine leise Hoffnung, dass es vielleicht doch irgendwie gehen würde. Aber wenn ich ehrlich bin, habe ich bereits in der Nacht gespürt, dass es wohl nicht mehr gehen würde. Zu groß waren die Schmerzen. Aber man will es zuerst nicht wahr haben und hofft eben doch noch auf ein kleines Wunder. Eine Hoffnung – wie einige andere auch in diesem Jahr – die leider unerfüllt blieb. Der damit besiegelte „Zwangsurlaub“, der die übliche trainingsfreie Zeit im Oktober deutlich verlängert, gilt es nun zu nutzen, ganz nach meiner Lebens-Philosophie: alles ist für irgend etwas auch gut. So mache ich aus der Not eine Tugend und nehme mir die Zeit, um mich auf das zu konzentrieren was in der nächsten Saison kommt.
Es geht mir jetzt soweit ganz gut, statt eines Gips habe ich – auf besonderen Wunsch – eine abnehmbare Manschette verordnet bekommen. Nach den ersten drei Wochen seit der Verletzung muss ich den Arm mindestens noch eine Woche weitestgehend ruhig halten, so die Vorgabe aus der Cross-Klinik in Basel, wo ich von Dr. Andreas Gösele bestens betreut werde. Vielleicht hat er schon ein wenig bereut, mir keinen Gips verpasst zu haben. Denn mit dem still halten ist es bei mir so eine Sache. Es fällt mir wirklich schwer einfach nichts oder so gut wie nichts Körperliches zu machen. Dass ist einfach nicht mein Ding. So erwarte ich sehnlichst das Ende der kommenden Woche. Mit einer massiven aber beweglichen Stahl-Schiene, darf ich dann offiziell wieder etwas aktiver werden. Das heißt auch ein vorsichtiges Comeback auf dem Bike. Dazu Laufeinheiten und auch leichte Einheiten im Kraftraum. Ein wichtiger Teil wird auch die Krankengymnastik sein. Diese läuft auch schon jetzt begleitend mit. Doch um in den vollen Bewegungsumfang wieder hineinarbeiten zu können müssen mind. Sechs Wochen vergangen sein. Es ist erschreckend wie schnell der Körper sich verändert, wenn er bestimmte Funktionen nicht mehr ausführen kann bzw. darf. Selbstverständliche Bewegungen werden, dann mit einmal zur Unmöglichkeit. Sich dies wieder mühselig zu erarbeiten ist gewiss auch ein Prozess, in dem man das Selbstverständliche wieder zu schätzen lernt. Die Zeit für diese Arbeit ist zum Glück im Moment vorhanden. Mit Blick auf das nächste Jahr, habe ich nicht das Gefühl aktuell etwas zu verpassen. Ich merke wie die Motivation und Lust, im nächsten Jahr nochmals richtig anzugreifen, von Tag zu Tag größer wird. So bin ich sicher, im Februar mit Beginn der Rennsport-Saison 2012 auf Zypern allen Zweiflern zum Trotz, wieder um die Podiums-Platzierungen mitfahren zu können. Aber eins nach dem anderen. Bis ich wieder vollumfänglich mit dem Mountainbike agieren darf, werden nun noch mindestens fünf Wochen vergehen. Und davor darf ich einfach nicht mehr Stürzen. Wobei ich die „Soll-Sturzquote“ für dieses Jahr – und eigentlich auch für das Nächste – ja schon längst übererfüllt habe ;-).

Bis bald

Sabine Spitz
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 WM Domiziel in Champery
WM Enttäuschung / 18.09.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Seit der WM sind nun schon wieder ein paar Tage vergangen und mit etwas Distanz kann man etwas gelassener und vielleicht auch objektiver zurück schauen. Die Enttäuschung war schon riesengroß… Die Vorzeichen standen für mich schon in der Vorbereitungsphase zu den Saisonhöhepunkten EM und WM nicht gerade gut. Seit Anfang Juli gab es einfach zu viele negative Ereignisse, die Top-Platzierungen bei den internationalen Meisterschaften von vorneherein im Weg standen, auch wenn man es nicht wahr haben will. Sei es der selbst verschuldete Sturz beim Weltcup in Mt.St.Anne, mit weitreichenden Folgen oder das äußerst bescheidene Wetter beim diesjährigen Höhentraining im Engadin oder ein weiterer Sturz bei einem Straßen-Kriterium, bei dem ich im Feld bei Tempo 50 km/h von ein paar anderen Fahrern jäh auf 0 km/h abgebremst wurde. Zu guter Letzt hat mich zwei Wochen vor der WM auch noch eine Sommer-Grippe ereilt und einen schlechteren Zeitpunkt hätte es kaum geben können. Diese finale und wichtige Vorbereitungsphase fiel damit komplett ins Wasser. Mit viel Ungewissheit über meine Form, bin ich dann eine Woche vor dem großen Tag beim Finale des Swiss Cup an den Start gegangen. Es ging besser als befürchtet und mit Rang 2 kam etwas Vertrauen zurück. Aber was war es Wert im internationalen Vergleich und vor allem für die WM?

Trotz allem machte ich mich mit meinem CONCORDE Reisemobil positiv gestimmt auf den Weg nach Champery. Die Strecke die mich erwarten sollte kannte ich recht gut, kam mir eher entgegen und gab mir das Gefühl eine gewisse Chance zu haben. Und ein WM Domizil mitten im WM Areal – dank meines Reisemobiles - hat man auch nicht alle Tage. Also kurze Wege und sehr entspannt….
Einen Tag nach meiner Ankunft, kam der erste WM Einsatz für mich. Das „Team Relay“ oder verständlicher das Team Rennen stand auf dem Programm. Ob wir das „Wunder von Kanada“ aus dem Vorjahr wiederholen können würden (da gab es mit Silber die allererste Medaille für GER for ever…) war allerdings mehr als fraglich. Das Team ist, ein Junior, ein U23 Mann, eine Elite Mann und eine Elite Frau. Die Reihenfolge ist nicht vorgegeben, wobei die meisten Nationen mittlerweile die Dame im Team auf der dritten Position starten lassen, so dass ein direkter Fight mit meinen Konkurrentinnen gut möglich war. Eine Runde für alle, ging es in kurzen Abständen auf die Strecke, erst Pendrel dann ich, dann Lechner, Bresset, Schneitter, ergo eine super Gruppe als Maßstab. Am Ende hatte ich die viertschnellste Zeit, das war doch schon mal was.
Im Vorfeld hatte ich mir viel Zeit genommen um die knifflige Strecke kennen zu lernen. Zwei mal war ich vor der WM in Champery auch die Tage vor dem wichtigsten Rennen des Jahres war ich häufig auf und an der Strecke. Die Rennen der Junioren oder auch das Training der Herren gab zusätzliche Aufschlüsse übe die richtige Streckentaktik. Allerdings veränderte sich die Runde durch die Rennen und teils sehr nassen Bedingungen nochmals stark. Die Wurzel und Felspassagen wurden immer schwieriger zu bewältigen. Trotzdem war ich noch zuversichtlich, weil ich das Gefühl hatte die Strecke weitestgehend im Griff zu haben. Der Startschuss konnte also kommen. Aus der dritten Reihe startend, habe ich es dann aber erst einmal nicht geschafft die richtige Lücke zu finden. Nach der Zieldurchfahrt auf verkürzter Runde schon 40 Sek. auf dem Buckel zu haben, war nicht so ganz das was ich wollte. Aber ok, der Blick geht nach vorne und bis zur dritten Runde lief es dann auch recht gut, auch wenn ich den direkten Anschluss zur Spitze – in diesem Fall Top 4 - nicht mehr herstellen konnte. So fand ich mich in einer Gruppe von Platz 5-10 wieder, was in Anbetracht der Vorgeschichte bis dahin gewiss als Erfolg zu werten war. Leider war dieser nicht von Dauer. Eine Konkurrentin versuchte mich an einer Stelle überholen, an der man eigentlich alleine schon sehr damit beschäftigt war die richtige Spur zu halten. Zu Zweit? No Way! Die Leidtragende war ich. Ich kam mit dem Vorderrad neben die Strecke, überschlug mich und knallte mit voller Wucht auf den Rücken. Glück im Unglück: Es lagen keine großen Steine im Weg. Trotzdem bekam erst einmal keine Luft mehr. Nach einer subjektiv gefühlten Ewigkeit ging es zwar wieder, aber es war klar für mich, dass ich niemals wieder in diesem Rennen meinen Rhythmus finden können würde. Zwei Runden ging es unter Schmerzen wirklich übel, so dass ich einem vorzeitigen Ende näher war, als dem Ziel. Doch es war eine WM, da streicht man nicht so ohne weiteres die Segel. Sorge hatte ich auch um das Bike, war noch alles okay? Aber lediglich die Kette war ein wenig „durcheinander“ und lies sich mit etwas Muse und gutem Zureden wieder in Position bringen. Vor dem Crash hatte ich einen schönen Flow über die Wurzelpassagen – auch Dank meines perfekt abgestimmten Haibike Fully Sleek - , danach war davon nichts mehr zu sehen oder spüren. Es dauerte gut eine Runde um mich einigermaßen wieder zu finden. Gegen Ende ging das dann nochmals recht ordentlich und es gelang mir noch von Platz 24 auf Platz 17 zu springen. Das war sie, die WM, Punkt aus! Aber den Kopf stecke ich noch lange nicht in den Sand. Der Blick geht nach vorne. Und in Heubach am letzten Wochenende ging es ja wieder sehr gut. Vor allem bergauf… so wie es aussieht werde ich doch noch zur Kletterspezialistin ;-)…

Bis bald

Eure Sabine
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 Sabine in den Höhen des Engadins
Sommerkälte/ 24.07.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Nach meinem wenig glücklichen Auftritt beim Übersee-Weltcup in Mt. St. Anne bin ich umgehend nach Hause gereist um mich schnellst möglich von den Sturzfolgen zu kurieren. Diese machten mir deutlich mehr zu schaffen als gedacht. Selbst jetzt nach mehr als drei Wochen sind am linken Bein die Blessuren noch zu sehen und eine bläuliche Färbung zeugt vom ehemaligen Hämatom. Das Training wird einem allgegenwärtigen leichten Ziehen im Oberschenkel begleitet. Es braucht einfach seine Zeit bis sich das stark geprellte Gewebe wieder erholt. Trainieren kann ich eigentlich trotzdem wieder ganz gut. Deshalb macht mir im Moment auch eher das Wetter zu schaffen als die Sturzfolgen. Ich bin nun seit etwas mehr als zwei Wochen in der Höhe des Engadins. In dieser Zeit gab es kaum einen Tag mit beständigem Wetter. Kälte, Regen und ja zum Teil auch Schnee begleiteten mich hauptsächlich beim Training. Das zehrt an meiner Motivation, ich brauche es nun mal möglichst warm. Nun ist es nichts Ungewöhnliches in Höhen über 2000 m auch im Sommer gelegentlich Schneeflocken zu sehen, nur dass es fast schon ein Dauerzustand ist, habe ich noch nie erlebt, obwohl ich bereits seit 2004 regelmäßig hier oben im Engadin bin. So hat das Trainingsprogramm nicht nur unter den Sturzfolgen gelitten, sondern auch unter den aktuellen Bedingungen. Gerade die längeren Ausdauereinheiten sind weitestgehend flach gefallen. Ich versuche diese Defizite nun mit qualitativen Inhalten zu ersetzen. Mal sehen wie es funktioniert. Ein Experiment, dass vielleicht auch neue Erkenntnisse bringt, die für die Zukunft interessant sind. So gesehen hat die nicht ganz einfache Situation auch positive Aspekte.
Ab kommenden Sonntag wird die zweite Saisonhälfte mit den Höhepunkten Europameisterschaften und Weltmeisterschaften durch den olympischen Testwettkampf in London eingeleitet. Fast genau ein Jahr vor dem olympischen Rennen eine echter Startpunkt für den olympischen Countdown. Ich bin sehr gespannt was mich erwartet und hoffe mit ebenso positiven Erkenntnissen heimzufahren wie vor vier Jahren beim Testwettkampf in Peking. Es wird die einzige Chance sein, das Gelände unter Wettkampf-Bedingungen kennen zu lernen, was ich für eine sehr wertvolle Erfahrung halte. Zumindest war diese für mich 2008 „Gold“ wert. Wie damals werde ich den Kurs mit meinem Garmin Edge (dort Edge 705 jetzt Edge 800) aufzeichnen, um zu Hause möglichst ähnliche Trainingbedingungen simulieren zu können. Auch bezüglich der Materialfrage verspreche ich mir interessante Erkenntnisse. Neben der Reifenwahl wird wohl auch die Frage ob eher das HAIBIKE Fully „Sleek“ oder das Hardtail „Greed“ zum Einsatz kommt, beantwortet werden können. Es ist allgemein wichtig zu wissen was auf einem zukommt, gerade auch betreffend des Umfeldes. Nur so kann man sich optimal darauf einstellen
Danach geht es dann mit den Wettkämpfen im Wochen- Rhythmus Schlag auf Schlag. Bis Ende September wird an jedem Wochenende ein Rennen auf dem Programm stehen. Den Auftakt machen die Europameisterschaften in der Slowakei. Dann folgt der Weltcup in Nove Mesto (CZE) und das Weltcup Finale in Val di Sole. Und eine Woche vor dem Saisonhöhepunkt WM in Champery (SUI) gibt es vor meiner Haustüre einen letzten WM Test beim Swiss-Racer Cup Finale in Muttenz bei Basel. Einem kalten Trainings-Sommer folgt so zumindest eine heiße Wettkampf-Zeit.

Bis bald
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 Harter Fight um den DM Titel in Albstadt
Halbzeit/ 19.06.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Nüchtern betrachtet ist die erste Mountainbike-Saisonhälfte bereits vorbei. Von meinem Gefühl her hat diese aber eben erst begonnen, weshalb es mir fast ein wenig schwer fällt schon ein erstes persönliches Fazit zu ziehen. Mit Blick auf mein neues Team fällt mir da schon eher etwas ein. Ganz neu formiert haben wir uns bisher prächtig präsentiert. Glückwunsch an „meine“ Mädels… Vor allem der völlig unerwartete Sieg in der Teamwertung beim Weltcup in England war ein echtes Highlight und nach außen Beweis – sofern es diesen überhaupt gebraucht hat – dafür, dass wir eine tolle Truppe sind.
Nach einer kurzen persönlichen Auszeit steht mit der Marathon Weltmeisterschaft am kommenden Sonntag in Italien ein erster echter Saisonhöhepunkt vor der Tür. Das wird eine spannende Geschichte auch wenn die Ausganglage ein wenig übersichtlicher ist, wie im Cross-Country. Aber auf das Podium zu kommen oder gar zu gewinnen ist auch nicht wirklich einfacher als in der olympischen Disziplin. Es gibt ein halbes Duzend Fahrerinnen die gewinnen können. Mal sehen…ich hoffe bei meinem ersten Marathon dieses Jahr zumindest auf eine Medaille.

Im Cross-Country geht der Blick in dieser vorolympischen Saison klar zu den internationalen Meisterschaften im August (EM) und September (WM). Mit meinem bisherigen Saisonverlauf bin ich sehr zufrieden. Der Weltcup-Auftakt in Südafrika gelang nach Maß, dann Platz 3 in England - nach dreijähriger Abstinenz vom Weltcup Podium - und der 10 DM Titel im Cross-Country, bei diesem Rennverlauf sicher ein besonderes persönliches Glücksmoment. Das war auch ein Moment wo die Erinnerungen ins Jahr 2001 zurückgeschweift sind als ich das erste Mal bei Deutschen Meisterschaften ganz oben auf dem Podium stand. Es kam mir vor als sei es erst gestern gewesen…
Eine Enttäuschung war für mich der Weltcup in Offenburg. Die Stimmung war toll, das Wetter perfekt, die Zuschauermassen groß wie nie und mit Biathlon-Olympiasiegerin Petra Behle, Schauspieler Peter Schell und all den vielen Fans aus meiner Region hatte ich besonders große Unterstützung an der Strecke. Die Motivation war dementsprechend groß, vielleicht zu groß. Obwohl schon so lange im Geschäft, ließ ich mich vielleicht doch ein wenig dazu verleiten zu viel zu wollen. Ich wollte nach der perfekten Vorlage aus England unbedingt aufs Podium und habe sogar auf einen möglichen Sieg gehofft. Nach einem unglücklichen Manöver in der zweiten Runde, was mich ans Ende des 12er-Feldes an der Spitze brachte, fuhr ich mit der Brechstange wieder nach vorne. Vermutlich ein Fehler, der mich in Kombination mit der ersten sehr schnellen Runde im Laufe des Rennens immer weiter zurückfallen lies, schade…

Über das weitere Programm nach der Marathon WM denke ich im Moment noch etwas nach. Direkt anschießend gibt es zwei Weltcups in Übersee was durchaus im Konflikt zur Langstrecken WM steht und auch auf das weitere Programm nicht ohne Einfluss ist. Es ist schwierig den Spagat zu machen, wenn man auf vielen Hochzeiten tanzen will. Aber das ist wie im „richtigen“ Leben. Im Gesamtweltcup ist der Zug was den Sieg in der Gesamtwertung angeht wohl schon abgefahren. Zu dominant scheint die junge Französin Bresset mit 2x1 und 1x 2 derzeit zu sein. Aber sicherlich ist auch da das letzte Wort noch nicht gesprochen und rein rechnerisch ist noch alles offen. Also mal sehen was die Saison noch bringt.
Bis bald

Eure
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 Viel Spass beim Training mit dem Team
Schöne Tage im Aldiana Zypern/ 21.03.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Fast schon traditionell habe ich auch in diesem Jahr zur Saisonvorbereitung, meine Zelte im Aldiana Zypern aufgeschlagen und auch das erstes Rennen des Jahres auf Zypern bestritten. Allerdings nicht nur ich... Das gesamte Central Haibike ProTeam mit Elisabeth, Kathrin und Tereza ist mir auf die östlichste Mittelmeerinsel gefolgt, um gemeinsam das finale Traininglager vor dem Saisonstart in Mitteleuropa zu bestreiten. Ich bereite mich hier eigentlich schon seit einigen Jahren – genau genommen seit 2003 – alljährlich auf die Mountainbike-Saison vor,weil die Bedingungen einfach optimal sind. Bisher stets auch mit Erfolg, so dass es fast schon so etwas wie ein gutes Omen für mich geworden ist, hierher zu kommen. Untergebracht im Club Aldiana – einen besseren Platz als Standort für das Training gibt es auf der Insel nicht – haben wir viele Trainingskilometer absolviert, uns im Kraftraum gequält, fleißig Gymnastik gemacht sowie den Wellnesbereich und die perfekte Verpflegung genossen. Die Stimmung war super.
Es war das erste Mal, dass wir eine längere Zeit gemeinsam verbringen konnten. Das Gefühl, dass wir sehr gut zusammenpassen hat sich bei mir in den letzten Wochen eindeutig bestätigt. Dass dies nicht selbstverständlich ist, weiß man wenn man schon etwas länger in dem Metier unterwegs ist. Wir können alle viel voneinander profitieren und uns gegenseitig unterstützen bei den gemeinsamen und individuellen Zielsetzungen für die beiden kommenden Jahre die mit den Olympischen Spielen in London ihren eindeutigen Höhepunkt haben werden. Der Team-Spirit ist für mich vielleicht die wichtigste Erkenntnis, die ich mit nach Hause nehmen werde und mich mit Freude auf die bevorstehende Saison schauen lassen. Aber auch sonst bin ich ganz optimistisch. Das Training lief sehr gut, ich fühle mich wohl und ich bin motiviert. Inhaltlich ging es in den letzten Wochen vor allem darum, mich wieder an die mountainbikespezifischen Belastungen zu gewöhnen. Das dies notwendig ist, war eine Erkenntnis, die ich aus dem ersten Rennen mitgenommen habe. Da war ich teilweise doch noch etwas vorsichtig unterwegs, auf den steinigen Trails der historischen Amathous-Stätte. Das es trotzdem für den ersten Podiumsplatz der Saison für mich und das Team gereicht hat, war natürlich umso erfreulicher. Es war ja auch das erste Rennen mit meinem neuen Haibike das ich bestritten habe. Fazit: Super! Zwar bin ich Training natürlich schon einiges gefahren, aber Rennen ist dann doch nochmals anders. Allzu lange musste ich mich nicht daran gewöhnen. Im Gegenteil, ich fühlte mich auf dem superleichten Fully Sleek wohler den je. Die Kinematik passt und das Handling ist super. Eine Tag vor dem Rennen habe ich exklusiv von Magura noch die neue MT8 montiert bekommen. Extrem leicht und trotzdem super stark, mit einer fantastischen Ergonomie, machen die neuen Bremsen zu einem echten Quantensprung. Da hatte ich auf Anhieb ein sehr gutes Gefühl.
Am kommenden Sonntag geht es in Schaan/ Liechtenstein dann mit der Saison – wenn man vom Weltcup Start Ende April einmal absieht – richtig los. Beim ersten Lauf zum Swiss Racers Cup werde ich sicherlich ein erstes Feedback bekommen wo ich derzeit in etwa stehe und wie gut das mountainbikespezifische Training angeschlagen hat. Die Besetzung ist sehr gut und die Strecke vor allem konditionell sehr anspruchsvoll. Das allererste Rennen in Schaan 2007 konnte ich gewinnen, so dass ich schöne Erinnerungen habe an diesen Ort, der sicher eine der schönsten Locations im gesamten Rennkalender ist. Ich freue mich sehr auf die vielen Zuschauer und Fans die mich dort immer super unterstützt haben. Allso ihr könnt gespannt sein...

Eure

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 Sabine freut sich auf die neue Saison
Vorfreude/ 27.02.2011
(Foto: Ralf Schäuble)
Das war für mich ein kurzer aber sehr intensiver Winter. Ich rede jetzt nicht vom Wetter oder kalten Temperaturen, sondern von meiner winterlichen Cross-Saison, die mit den Weltmeisterschaften Ende Januar seine Höhepunkt und für mich auch seinen Schlusspunkt fand. Zwar hatte ich dort mit Platz 10 mein Minimalziel einer Top-Ten Platzierung erreicht, aber wenn ich ehrlich bin, war ich damit nicht wirklich 100%ig glücklich. Ich denke es wäre, was das Leistungsvermögen angehet, etwas mehr drin gewesen. Aber das ist Sport, es läuft nicht immer so wie man es sich wünscht. Ich bin bewusst ein gewisses Risiko eingegangen, was den Aufwand angeht. Letztlich hat sich dann aber doch gezeigt, dass in Anbetracht der Verhältnisse, der Leistungsdichte und des Rennverlaufs dieser Aufwand zu klein war. Ich hätte eindeutig mehr Weltcup-Rennen im Vorfeld bestreiten müssen, um eine bessere Start-Position und damit reelle Chance zu haben. Alle Fahrerinnen die vor mir platziert waren, sind mindestens aus Reihe zwei ins Rennen gegangen. Nichts desto trotz konnte ich zeigen, im Cross trotz langer Pause wieder in der Weltspitze mitfahren zu können. Einmal mehr eine schöne Erfahrung und eine kurzweilige Winterzeit. Statt lange Einheiten, kurze knackige Rennen und Wettkampf-Feeling. Das hält jung, oder?
Im Anschluss an die erste WM des Jahres – es sollen ja noch zwei folgen – ging es für ein paar Tage in den richtigen Winter für mich. Das Bike habe ich für gut zweieinhalb Wochen zur Seite gestellt und mich dafür ein wenig auf die Bretter gestellt. Ein schöner Ausgleich, der speziell bei den Bedingungen wie sie zu der Zeit im Engadin geherrscht hatten, besonders viel Spaß macht. Kein Training, einfach etwas Abstand gewinnen, die Sonne, die milden Temperaturen und den Schnee genießen und gut ist.
Jetzt steht bereits die MTB Saison vor der Tür. Auf Zypern wurde die Europäische Wettkampf-Saison schon eröffnet. Ein Jahr – das vorolympische - mit vielen Höhepunkten. Wie erwähnt gibt gleich zwei Weltmeisterschaften und den Mountainbike Weltcup, der dieses Jahr wieder aus sieben Veranstaltungen besteht. Klar, dass diese Dinge schon jetzt in der Planungs- und Aufbauphase bereits ihre Schatten voraus werfen. Also bedeutet diese jetzt auch für mich, nun mit Vollgas in die MTB Vorbereitung einzusteigen. Schon heute in einer Woche werde ich auf Zypern das erste Rennen bestreiten. Ein erster Test? Kaum, eher geht es darum wieder ein Gefühl für die Anforderungen der langen Bike-Rennen zu bekommen. Die Vorbereitung ist bis dahin noch zu frisch, als dass es ein echter Test sein könnte. Vielleicht dafür, wie viel Form ich noch aus der Cross-Saison mit herüber nehmen kann. Für mich auch eine spannende Frage, da die letzten Erfahrungswerte diesbezüglich schon sechs Jahre her sind und die Situation kaum vergleichbar ist. Freuen tue ich mich auf jeden Fall. Schon auch deshalb weil ich erstmals mit meiner neuen „Renn-Maschine“ dem Haibike Sleek am Start stehen werde. Ein wirklich cooles Teil, das im Moment sicher mit das Beste ist, was es im Race- oder Marathon- Fully-Bereich gibt. Es wird also eine echte Premiere…. Auch weil alle meine Central Haibike Teamkolleginnen mit am Start sind. Also erster, gemeinsamer Auftritt und Start des Central Haibike Pro Teams auf meiner Lieblingsinsel Zypern. Darauf freue ich mich vielleicht sogar noch ein wenig mehr als auf alles andere. Ich habe ein gutes Gefühl und gehe mit guten Erwartungen für mich und das Team in die neue Saison.

Also dran bleiben
Eure

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